Wissenswertes über Erlangen

Ja, ich weiß. Und ich hoffe, dass es in der Hölle keine eigene Unterabteilung für Leute gibt, die schlechte Kalauer erzählen. Nichtsdestotrotz, es tut sich wieder etwas.

Foto: www.uwe-niklas.com 2018

Am 2. April nämlich, da feiert das neueste Stück des Poetischen Theaters im Stadtmuseum Erlangen seine Premiere. Gäste im Vorübergehen, das sind sechs Fremde, die trotz aller Fallstricke und Doppelbödigkeiten versuchen, dem Verhältnis von Sprache und Welt, Kunst und Kultur nachzuspüren, oder glauben, sie könnten ihre Probleme aussitzen.

  • "Geradezu kafkaesk, wenn Sie mich fragen." - "Bitte, was?"

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Weitere Termine sind am 8., 12.,  17., 19. und 22. April. Aber zögern Sie nicht zu lange, der Kartenvorverkauf ist bereits eröffnet.

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Lust & Frust bei WortWärts

Bilder, Bilder, Bilder in Farbe und bunt, stumm und vertont. Lyrik sprechen entspricht nicht immer lyrischem Sprechen. Die Schauspieler des Poetischen Theaters zeigen mit ihrer Sprach-Performance wie Unsagbares inszeniert werden kann. Sie befreien Texte aus zwei Jahrhunderten aus ihren Käfigen und Sprachgittern und lassen sie über die Köpfe des Publikums fliegen.

  • WAND

Und das war nochmal wann genau? Ach, ja, am 13. August beim Literaturfest WortWärts. Wer gepflegte Clubatmosphäre einem verregneten Open Air vorzieht, darf sich schon einmal auf den 14. September freuen. Da findet das ganze noch einmal in der Weinerei statt. Diesmal sogar mit Publikumsbeteiligung – Eintritt auf eigene Gefahr.

Lassen Sie sich bekirken

Sage mir, Muse, wie war das so auf der Blauen Nacht?

Es gibt Tage, da sitzt man morgens auf der Bettkante, wägt die Verlockung der nachtwarmen Kissen gegen die Aussicht auf einen arbeitsreichen Tag ab und summt einen Blues vor sich hin, den man irgendwo aufgeschnappt oder gerade erst erfunden hat. Man fühlt sich doppelt so alt wie noch am Vortag und die Frage nach dem Warum? lässt einen nicht mehr los. Warum mache ich das eigentlich? Warum kann das nicht jemand anders tun? usw. Es grenzt an ein Wunder, dass man dann doch irgendwie auf die Beine kommt. Aber Wunder geschehen.

So etwa am letzten Samstag. Blaue Nacht in Nürnberg: Kultur bis der Arzt kommt für die einen, Bier und Fressstände für die anderen, blaue Scheinwerfer für alle. Und weil man selbst ja Kultur macht, verschiebt man das Bier auf später und findet sich nach dem Frühsport um 15.00 Uhr im Museum Tucherschloss ein.

„Odyssee“ ist das diesjährige Thema der Blauen Nacht und „Kirke & andere unverschämte Streiche“ das dazu passende Stück des Poetischen Theaters. Zunächst muss aber noch der mit schwarzem Stoff bespannte Kasten aufgebaut werden, der später von der Brüstung des Balkons herunter gelassen wird, damit Odysseus darin verschwinden kann.

Dieser Kasten ist nicht nur oben und unten, sondern auch allen Interpretationen offen, stellt aber eigentlich den Monolithen aus 2001 dar – genial, oder? Und wenn Sie nicht wissen, wovon hier die Rede ist, stocken Sie ganz schnell ihre DVD-Sammlung auf.

Ein paar Zigaretten und einen Teller mit (ausgezeichneter) Pasta später ist es so weit. Kirke & andere unverschämte Streiche – viermal hintereinander. Und dann ist es auch schon Nacht.

  • Gefällt Ihnen das Buch? Ich habe es die Odyssee genannt.

Warum also das ganze? Kurze Antwort: Weil man gar nicht anders kann. Weil man eine Rampensau ist und die kurze Zeit auf der Bühne alles rechtfertigt, was vorher war. Weil man den Leuten, die stehen bleiben und zuschauen vielleicht etwas mitgibt, womit sie etwas anfangen können und es deshalb nicht so schlimm ist, dass andere einfach weitergehen.

Die lange Antwort schreibe ich irgendwann anders auf. Jetzt gehe ich erst einmal ins Bett.

Sage mir, Muse…

Freilichtproben bieten eine ganze Reihe von Vorteilen. Man trainiert seine Stimme, lernt Spaziergänger zu ignorieren, die ungerührt durchs Szenenbild marschieren und nicht zuletzt nutzt man die wenigen Sonnenstunden, die ein verunglückter Frühling bietet. Aus diesen Gründen fanden die gestrigen Proben für „Kirke & andere unverschämte Streiche“, das neue Stück des Poetischen Theaters, welches am kommenden Samstag im Rahmen der Blauen Nacht seine Premiere feiert, im Stadtpark statt.

Worum geht es? Von den großen Duldern ist die Rede. Von denen, die aus den Trümmern ihrer Gegenwart aufbrachen und die Segel setzten. Auf der Suche nach Heimat, dem arkadischen Paradies der Kindheit, der Insel Utopia… Genauer gesagt geht es um zwei Damen und zwei Herren, die sich, in einer Wartehalle eingeschlossen, die Zeit mit der Lektüre eines merkwürdigen Buches vertreiben: Der Odyssee. Aber wo soll man anfangen, wenn nicht einmal die Autorenschaft klar ist.

„Ach, ja? Woher wissen Sie, dass ich nicht dieser Homer bin?“

Auch der herbei imaginierte Odysseus erweist sich als äußerst renitent und stellt das Selbstverständnis der Anwesenden ein ums andere Mal in Frage.

„Warum sprechen, wenn wir auch wortlos aneinander Freude finden?“
„Ich will dich zur Unvernunft aufstacheln, deinen Irrsinn schärfen. Ein Mann ist nur so gut, wie die Geschichte, die man sich von ihm erzählt.“
„Höre auf den Schlag deines Herzens. Er dröhnt wie eine Trommel, die dich antreibt.“ – „Vorsicht, ich kann mich selbst verteidigen.“

Wenn auch Sie Ihren Irr-Sinn schärfen wollen, um dem alltäglichen Irrsinn besser begegnen zu können, kommen sie am 6. Mai ins Museum Tucherschloss, Hirschelgasse 9-11, Nürnberg.

Mit Vincent E. Noel, Katinka Ebel, Jennifer Heep, Michael Lösel und Holger Trautmann.

Aufführungen finden um 19:30, 20:30, 21:30 und 22:30 Uhr statt.

25 Jahre DornRosen – Ein Abschied

Vor 25 Jahren gründeten Sabine und Jana Raile in Lauf das Märchenzentrum DornRosen, wenig später riefen sie die dazu gehörige Märchenschule ins Leben und initiierten die Laufer Märchentage. Der Rest ist Geschichte. Am vergangen Samstag nun hat sich der Verein aufgelöst. Ich will an dieser Stelle keinen Nachruf schreiben, dazu sind andere berufener. Doch die DornRosen, insbesondere die Laufer Märchentage, waren für einige Jahre eine feste Konstante in meinen Erzählerdasein. In den Räumen des Märchenzentrums unternahm ich meine ersten Gehversuche und das gemeinsam mit Heike Walther-Müller aus der Taufe gehobene DornRosen-Halloween-Special war ein Fingerzeig, mich an andere Formen als das Märchen heran zu wagen.

So bedauerlich es meist ist, wenn etwas zu Ende geht, war es doch die richtige Entscheidung einen Schlusspunkt zu setzen. Ein gutes und würdevolles Ende für die DornRosen. Das zeigte sich auch am festlichen Abschlussabend in der Stadtbücherei Lauf. Ein letztes Mal DornRosen vor einem begeisterten Publikum. Und von mir ein Dankeschön für die Freundschaft, Anteilnahme und stets wohlmeinende Kritik.

Wiederaufnahme im Museum Industriekultur

Manchmal erfährt man aus der Zeitung Neuigkeiten, die einen selbst betreffen (also so richtig persönlich – Sie wissen schon). Um ein Haar hätte ich vergessen, an dieser Stelle auf die Wiederaufnahme von Industrie, Kultur & der achte Tag hinzuweisen, wäre da nicht dieser Artikel in den Nürnberger Nachrichten gewesen.

Tja, mehr gibt es da eigentlich nicht mehr zu sagen und mir bleibt nur, Ihnen viel Vergnügen zu wünschen.

Nachlese in Arkadien

Zwei Damen und drei Herren fanden sich am vergangenen Freitag unter dem Motto „Arkadiens Schäfer & andere gute Hirten“ zu einem Lesezirkel ein.

  • Hätte ihnen das übliche Theaterpublikum in Erwartung unterhaltsam spritzigen Amüsements gelauscht, es hätte nur Obszönitäten wahrgenommen.