Men in black – Reloaded

Es war einmal, in den Anfangsjahren dieses turbulenten Jahrhunderts, das Literaturkombinat Heim@. Dieses stellt in gewisser Weise die Keimzelle der Mus[e]en-Lesungen und später des Poetischen Theaters dar, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass schon damals, es muss so um 2007 gewesen sein, schwarz gewandete Autoren des Literaturkombinats auf Literarischer Wandlung durch die Nürnberger Altstadt zogen, um nichts ahnende Bürger an ausgewählten Plätzen schonungslos mit Lyrik zu konfrontieren. Rückblickend muss ich sagen, es war eine großartige Idee, es war ein Riesenspaß – nur hielt sich der Zuspruch der derart beglückten Nürnberger in engen Grenzen.

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Die Wortmächtigen v. l. n. r.: Günter Körner, Holger Trautmann, Vincent E. Noel, Michael Lösel

Mit entsprechend gedämpften Erwartungen traten wir deshalb am 24. September zu den Stadt(ver)führungen an, um gemeinsam mit allen, die da kommen wollten, die „Macht der Worte“ (genauer, der Lyrik) rund um den Hauptmarkt zu erproben. Das Konzept war geblieben, wir trugen alle schwarz und mit Michael Lösel war neben mir noch ein weiteres Kombinatsmitglied mit von der Partie. Das Interesse des Publikums hat uns dann aber ziemlich überrascht: Geschätzt 50 Leute machten sich an diesem Abend mit uns auf den Weg.

Die Zeiten ändern sich.

Was Sie schon immer über Heimat wissen wollten…

…erfahren Sie in diesem kenntnisreichen Artikel, der außerdem die Premiere von „Heimat & andere Déjà-vus“ bespricht. Schade finde ich es freilich, dass sowohl die Inszenierung wie auch die Leistung der Darsteller nur wenig Aufmerksamkeit erfahren, denn die hatten es in sich. Aber glauben Sie nicht alles was Sie lesen, überzeugen Sie sich bei einem der kommenden Termine selbst: 2., 16. und 30. Oktober/13. und 27.November 2016, jeweils 16:00 Uhr.

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Ein Probenwochenende

Am 18. September feiert das neue Stück des Poetischen Theaters, Heimat & andere Déjà-vus, seine Premiere im Stadtmuseum Fembohaus. Entsprechend gehen auch die Proben in ihre heiße Phase.

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Sechs Personen auf der Suche nach einem Dach über dem Kopf, einer neuen Heimat oder mit dem festen Willen, ihre Erinnerungen zu verteidigen treffen im Fembohaus aufeinander. Um ihre Geschichte auf die Bühne zu bringen, zogen wir uns am vergangenen Wochenende in die Abgeschiedenheit eines Schrebergartens zurück.

Während die Nachbarn ihren Rasen mähten und Grillfleisch auflegten, konsumierten wir literweise Kaffee und rangen mit Fragen nach dem richtigen Stellungsspiel und psychologischer Plausibilität. Ein hartes Stück Arbeit, aber gleichzeitig ist es immer wieder faszinierend zu sehen, wie sich Figuren und Ereignisse, die man schriftlich fixiert zu haben glaubte, im Lauf des Spiels entwickeln.

So hatten wir am Sonntag Abend nicht nur ein Schlafdefizit zu beklagen, sondern auch einen Eindruck gewonnen, was uns und die Zuschauer am 18. September erwartet.

Und es begab sich also, dass sechs Wanderer an die Tür dieses Hauses klopften, in der Hoffnung hier Heimat zu finden. Sechs Wanderer mit leeren Beuteln, doch willens, das Beste daraus zu machen, eine Wohngemeinschaft zu gründen:

  • Der Künstler: Ich schlafe um zu vergessen. Und doch erwache ich jedes Mal in Arkadien.

Bukowskis letzter Schnitt in Lauf

Auch schlechte Presse mag in gewisser Weise gute Presse sein – ich finde dennoch die gute besser. Ein Artikel aus der Pegnitz-Zeitung über „Bukowskis letzter Schnitt“ am 5. August im Industriemuseum Lauf.

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Nürnberg-Stipendium für das Poetische Theater

Das Poetische Theater des Projekts Mus[e]en-Lesung gehört zu den diesjährigen Kulturpreisträgern der Stadt Nürnberg. Mehr über den Preis und die Preisträger ist an dieser Stelle nachzulesen.

Und während ich mir noch Tränen der Rührung aus den Augen wischte, saß unser Projektleiter Michael Lösel bereits an seinem Schreibtisch, um eine Danksagung zu verfassen, die ich gerne weiter gebe.

Zur Auszeichnung für das poetische Theater durch die Stadt Nürnberg

Ein Dankeschön an alle, die mit ihrem Glückwunsch und ihrer Anerkennung einen Asterisk in das Geschichtsbuch des poetischen Theaters gesetzt haben. Gerade weil es sich dabei noch um eine dünne Kladde oder ein Sudelbuch handelt – eben erst ins Kindergartenalter gekommen –, stechen die Sternchen besonders deutlich hervor. Und zu jedem ließe sich eineFußnote abfassen.

Vielen Dank auch für Kritik und Anregung, die das Ensemble in seiner Arbeit bedacht und zur Ausarbeitung mancher Skizze im Schmierheft verwendet hat. Schließlich zeigen die Reaktionen aus dem Publikum, dass ein Lesen zwischen den Zeilen, ein Hören zwischen den Worten und ein Wahrnehmen über die Bildwelten hinaus erhofft und geschätzt wird.

Auch die Leiterinnen und Leiter der Museen haben sich in die Kladde eingeschrieben. Mit ihrem Vertrauen in die Arbeit des Ensembles und ihrem Gespür für die künstlerische Qualität haben sie das Projekt Mus[e]en-Lesung und sein Konzept befördert und unterstützt.

Das trockene Haushaltsbuch des Konzepts ist um ein kurzes Erfolgskapitel reicher. Aber im Arbeitsheft des poetischen Theaters sind noch etliche leere Seiten zu füllen – mit Sternchen und mit neuen Texten der Autoren, die von dem Bedürfnis getrieben werden, einen anderen Blick, eine andere Perspektive auf das zu öffnen, was uns scheinbar beiläufig und wie selbstverständlich umgibt.

Ein Dank daher für die Ermutigung. Wir werden weiterhin die Sternenbewegungen beobachten und für unsere Arbeit berücksichtigen.

Im Namen der Ensemblemitglieder Holger Trautmann, Susanne Rudloff, Vincent E. Noel, Djamila Nour, Günter Körner, Lisa Trautmann

Michael Lösel

MIK-Schluss

In memoriam meine Alte

Nicht, dass ich mich beklagen möchte. Anfangs war ich sehr zufrieden mit ihr, aber mit den Jahren, die vergingen, sah sie einfach nicht mehr so schick aus, war nicht flexibel genug, passte nicht mehr recht zu mir…  Ach, ich weiß auch nicht. Es war an der Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Aber vermissen werde ich sie, das steht fest.Bildschirmfoto vom 2016-07-06 20-48-51