Wundersame Wandlungen oder „Wie sag ich’s meinem Kinde?“

(Foto: Holger Trautmann)

Über ein Jahr ist seit meinem letzten Eintrag vergangen. Schande, Schande! Ich habe mich ja schon damit abgefunden, dass aus mir niemals ein Blogger wird, schon allein, weil der Druck auf meine Schreibblase nicht hoch genug ist um mich ständig erleichtern zu müssen. Nur ab und zu sollte man doch wenigstens, wenn man schon eine eigene Seite hat… Lassen wir das. Das Problem ist ein anderes, nämlich, dass sich ein guter Teil desssen, womit ich mich im letzten Jahr beschäftigt habe, nur sehr schwer beschreiben und noch weniger zeigen lässt. Aber der Reihe nach.

Im Frühjahr und Sommer 2018 waren wir damit beschäftigt, Texte für die Wundersamen Wandlungen zu verfassen und diese unter den wachsamen Augen und Ohren von Holger Münch in seinem Fürther Studio aufzunehmen. Im September konnten wir dann endlich das Ergebnis unsere Mühen einer staunenden Weltöffentlichkeit präsentieren.

Aha, wird sich jetzt manch einer denken, „Wundersame Wandlungen“, das hat doch bestimmt etwas mit dem Poetischen Theater zu tun. Richtig, nur handelt es sich diesmal um Poetisches Theater digital. Aha! Quasi ein interaktives Hörspiel im Garten des Museum Tucherschloss. Audioguide kann ja jeder, wir haben eindeutig die besseren Texte und dazu noch diese coole von Michael Markert entwickelte App. Aha? Also, das ganze läuft so ab: Besucher des Tucherschlosses laden sich zunächst die (bisher nur für iOs erhältliche) App herunter, stöpseln sich Kopfhörer in die Ohren und können sich dann im reizenden Renaissancegarten ergehen. Die App bestimmt via GPS die Position der Besucher und sobald sie sich einer Klangwolke (dabei kann es sich um eine Spielszene, Musik oder Hintergrundgeräusche handeln) nähern, deren Position vorher festgelegt wurde, wird diese eingespielt. Der Clou dabei ist, dass die Besucher nicht nur hören, wo sich die Klangwolke im Verhältnis zu ihnen befindet, sondern dass sich auch beliebig viele Klangwolken überlagern können, wodurch der Eindruck entsteht, sich inmitten des Treibens eines barocken Gartenfestes aufzuhalten. Und nachdem die Wundersamen Wandlungen keiner lineraren Handlung folgen, erlebt jeder Besucher ein eigenes Hörspiel, entsprechend seines Weges durch den Garten. AHA?!! Kompliziert, ich sagte es ja. Und so oft ich auch versucht habe, anderen Leuten zu erklären, was es mit den Wundersamen Wandlungen auf sich hat, ich kam immer wieder an den Punkt, an dem ich merkte, dass mein Gegenüber sich schon längst geistig verabschiedet hatte.

Im Januar 2019 allerdings bekam ich eine unerwartete Hilfestellung. Die netten Menschen von FrankenSein haben einen Beitrag über die Wundersamen Wandlungen produziert, den ich an dieser Stelle gerne teile.

Alles klar soweit? Noch immer Unentschlossene finden hier ein paar weitere akkustische Appetithappen.

Damit aber noch nicht genug. Am Sonntag, den 21. Juli präsentiert das Poetische Theater erstmals Szenen aus den Wandlungen live. Warum das ganze? Weil eine richtige App auch ein Update braucht. Tatsächlich haben wir vor kurzem weitere Szenen produziert, die nun in die App eingepflegt werden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Also, ab in den Garten!

Lust & Frust bei WortWärts

Bilder, Bilder, Bilder in Farbe und bunt, stumm und vertont. Lyrik sprechen entspricht nicht immer lyrischem Sprechen. Die Schauspieler des Poetischen Theaters zeigen mit ihrer Sprach-Performance wie Unsagbares inszeniert werden kann. Sie befreien Texte aus zwei Jahrhunderten aus ihren Käfigen und Sprachgittern und lassen sie über die Köpfe des Publikums fliegen.

  • WAND

Und das war nochmal wann genau? Ach, ja, am 13. August beim Literaturfest WortWärts. Wer gepflegte Clubatmosphäre einem verregneten Open Air vorzieht, darf sich schon einmal auf den 14. September freuen. Da findet das ganze noch einmal in der Weinerei statt. Diesmal sogar mit Publikumsbeteiligung – Eintritt auf eigene Gefahr.