Poetisches Theater

& Mus[e]en-Lesungen

Im Jahr 2010 trat das Projekt Mus[e]en-Lesungen erstmals an die Öffentlichkeit, anlässlich einer Sonderausstellung des Museum Industriekultur Nürnberg. In den folgenden Jahren sollte daraus eine gedeihliche Kooperation mit den Museen der Stadt Nürnberg werden. Für mich wurde dieses in mehrfacher Hinsicht außergewöhnliche Projekt im Lauf der Zeit zu einer ebenso aparten wie strengen Geliebten, so dass es angemessen ist, an dieser Stelle einige Worte darüber zu verlieren.

Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei den Mus[e]en-Lesungen nicht um eine weitere Lesereihe handelt, die sich das Museum als eine zwar reizvolle, gleichzeitig aber austauschbare Bühne auserkoren hat. Vielmehr setzten sich die Autorinnen und Autoren des Projekts von Anfang an literarisch mit der Institution Museum, seinen Konzepten, Exponaten und Räumlichkeiten auseinander. Es galt, das Heiligtum der Musen in seiner ursprünglichen Bedeutung erfahrbar zu machen. Dem breiten Spektrum an Themen und literarischen Formen entsprach die Vielfalt der Darbietungen. Lieder, Spielszenen, etc. waren von Anfang an Teil des Konzepts, ebenso wie der ansprechende freie Vortrag der Texte.

Die Entwicklung zum Theater erscheint vor diesem Hintergrund nur konsequent. 2014 feierte das erste Stück der Projektgruppe im Albrecht-Dürer-Haus seine Premiere. Poetisches Theater, gemeinsam erarbeitete Theaterstücke, die von den Autorinnen und Autoren inszeniert und gespielt werden – Bühnenpoeten eben. In dieser Form sucht das Projekt wahrlich seinesgleichen – eine Einschätzung, die offensichtlich auch andere teilen. Im Jahr 2016 gehörte das Poetische Theater zu den Kulturpreisträgern der Stadt Nürnberg.

Poetisches Theater 2017. Heimat & andere Déjà-vus im Stadtmuseum Fembohaus. V. l. n. r.: Elisabeth Trautmann, Günter Körner, Luna Mittig, Michael Lösel, Susanne Rudloff, Holger Trautmann, Djamila Nour, Vincent E. Noel (Foto: Uwe Niklas www.uwe-niklas.com)

Weitere Informationen zu Mus[e]en-Lesungen und Poetischem Theater finden Sie auf der Seite von Michael Lösel und auf der Facebook-Seite des Projekts.

Impressionen aus dem Museum Industriekultur können Sie sich hier ansehen.